Trauer

Bewußt wahrnehmen hilft

Trauer ist der seelische Schmerz nach einem Verlust – und ein ganz natürlicher Vorgang der Verarbeitung. Diesen wichtigen Prozess zu durchleben, ist heilsam. Unseren Schmerz, einen geliebten Menschen verloren zu haben, anzunehmen und zu lernen, mit dieser neuen Situation umzugehen, braucht seine ganz eigene Zeit – und die ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Auch unsere Form der Trauer ist individuell. Manche ziehen sich zurück, manche trauern laut, manche können nicht alleine sein. Es gibt dabei kein Richtig oder Falsch. Erst wenn wir merken, dass wir uns in der Trauer verlieren, alleine nicht in unseren Alltag zurückfinden, sollten wir uns professionelle Hilfe holen. Und das kann unglaublich guttun.

Trauerbegleiter

Mittlerweile gibt es eigens dafür ausgebildete Trauerbegleiter, die kleine und große Menschen an die Hand nehmen und wieder zu sich selbst führen. In Selbsthilfegruppen finden Trauernde mitfühlende Aufnahme und Austausch, und auch Ärzte, Psychologen und Seelsorger bieten professionelle Unterstützung an.

Es gibt zudem viel gute Literatur zum Thema Tod und Sterben. Für Menschen, die sich vorbereiten wollen, die Trauernde verstehen oder ihnen helfen möchten. Eine kleine Auswahl haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Literatur für Erwachsene

Burgdörfer, Ludwig/Kuhm, Marthe:
Trauern braucht seine Zeit. Täglicher Begleiter durch das erste Trauerjahr. Brunnen Verlag

Terhorst, Eva:
Das erste Trauerjahr. Kreuz Verlag

Devine, Megan:
Es ist okay, wenn du traurig bist. Warum Trauer ein wichtiges Gefühl ist und wie wir lernen, weiterzumachen. mvg Verlag

Kachler, Roland:
Was bei Trauer guttut. Hilfen für schwere Stunden. Herder Verlag

Wolf, Doris:
Einen geliebten Menschen verlieren. Ein Buch über Trauerphasen mit der Anleitung, kleine Schritte zu gehen, um den Verlust besser annehmen zu können. PAL Verlag

Pachl-Eberhart, Barbara:
Warum gerade du? Antworten auf die großen Fragen der Trauer. Heyne Verlag

Kottlorz, Peter:
Den Tod überleben. Ein Begleiter in Zeiten der Trauer. Patmos Verlag

Kast, Verena:
Sich einlassen und loslassen. Neue Lebensmöglichkeiten bei Trauer und Trennung. Herder Verlag

Elisabeth Kübler-Ross:
Dem Leben neu vertrauen. Den Sinn des Trauerns durch fünf Stadien des Verlusts finden. Kreuz Verlag

Lothrup, Hannah:
Gute Hoffnung, jähes Ende. Ein Begleitbuch für Eltern, die ihr Baby durch Fehl- oder Totgeburt oder Neugeborenentod verloren haben. Koesel Verlag

Kroen, William C.:
Da sein, wenn Kinder trauern. Hilfen und Ratschläge für Eltern und Erziehende. Herder Verlag

Buchtipps für Kinder und Jugendliche

Fried, Amelie/Gleich, Jacky:
Hat Opa einen Anzug an? Carl Hanser Verlag

Schroeter-Rupiper, Mechthild:
Geht Sterben wieder vorbei? Antworten auf Kinderfragen zu Tod und Trauer. Gabriel Verlag

Baumbach, Martina:
Nie mehr Wolkengucken mit Opa? Gabriel Verlag

Varley, Susan:
Leb wohl, lieber Dachs. Annette Betz Verlag

Farm, Maria:
Wie lange dauert traurig sein? Für alle, die jemanden verloren haben. Oetinger Verlag

Stütze, Annett/Vorbach, Britta/Greune, Mascha:
Opa, welche Farbe hat der Tod? Patmos Verlag

Kaldhol, Marit/Oeyen, Wenche:
Abschied von Rune. Ellermann Verlag

Lüfter, Kai/Gehrmann, Katja:
Für immer. Beltz & Gehlberg

Nilsson, Ulf/Eriksson, Eva:
Die besten Beerdigungen der Welt. Beltz & Gelberg

Erlbruch, Wolf:
Ente, Tod und Tulpe. Verlag Antje Kunstmann

Van Harmelen, Peter/van der Pol, Peter:
Ich denke an dich … ein Abschiedsheft für trauernde Kinder. Verlag am Birnbach

Bosse, Ayse /Klammt, Andreas:
Einfach so weg. Ein Buch fürs Abschiednehmen, Loslassen und Festhalten. Für Jugendliche von 12−20 Jahren. Carlsen Verlag

Velthuijs, Max:
„Was ist das?“, fragt der Frosch. Ein einfühlsames Buch zum Thema Tod und Trauer. Verlag Fischer Sauerländer

Rudolph, Marguerita:
Wie ist das, wenn man tot ist? Mit Kindern über das Sterben reden. Ravensburger Verlag

Davids, Barbara/Münzer, Gabriele:
Eines Morgens war alles ganz anders. Lambertus Verlag

Kinder & Trauer

Für Kinder ist der Tod noch nicht wirklich greifbar. Daher reagieren sie oft auch auf ganz andere Art und Weise als wir Erwachsenen. Sie können sehr ruhig oder auch aggressiv werden, scheinbar unberührt wirken oder auffällig albern. Auch wenn wir bestimmte Reaktionen zunächst nicht verstehen: Wichtig ist, dass wir Kinder und Jugendliche ernst nehmen, ihre Form der Trauer nicht bewerten, sondern sie sicher und behutsam auffangen. Und vor allem verständnis- und liebevoll mit ihnen umgehen.

Wichtig ist, zwar altersgerechte, aber ehrliche Antworten zu geben. Keine Umschreibungen nutzen wie „auf einer langen Reise“ oder „für immer schlafen“, das kann zu falschen Assoziationen führen. Eltern, die vielleicht selbst trauern, können sich damit überfordert fühlen. Um Kinder sicher in ihrer Trauer abzuholen, hilft manchmal auch eine professionelle Trauerbegleitung.

Kinder willkommen

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder es sehr schätzen, wenn sie in die Organisation der Trauerfeier ein wenig miteinbezogen werden. Kinder sind uns daher auch in Beratungsgesprächen herzlich willkommen. Wir würden uns freuen, Kinderfragen beantworten zu dürfen. Dazu bringen wir gerne Bilderbücher aus unserer kleinen Bibliothek mit.

Gut ist es, Kindern schon früh auf unaufgeregte Weise den Kreislauf der Natur zu erklären. Anhand von Pflanzen, Insekten oder gar Haustieren. Sie lernen so, den Tod als Teil des Lebens wahrzunehmen und zu begreifen. Es gibt zudem wunderbare Bücher und Bildbände, die auf sanfte Weise Kindern den Tod erklären.

Kindertrauer

Kinder und der Tod – eine kleine Verständnisreise

Kinder und der Tod – eine kleine Verständnisreise
Kinder verstehen meistens nicht, dass

der/die Verstorbene nicht mehr lebendig wird,

alle Lebewesen sterben müssen,

jeder jederzeit sterben kann (der Tod unvorhersehbar ist),

man früher oder später sterben wird, auch wenn man sich vorsichtig verhält oder wenn Ärzte besonders gut sind.

Auch wenn es schwer ist: Kinder wollen Dinge verstehen. Bitte reagieren Sie auf die kindliche Neugier nicht mit Abweisung wie zum Beispiel: „Das darf man nicht sagen/fragen.“ Freuen wir uns lieber darüber, dass Kinder noch offen fragen können. Es sind unsere eigenen Schamgefühle, aus denen heraus wir das Thema hier lieber beenden möchten. Sie dürfen auch ruhig zugeben, die Antwort nicht zu kennen. Dann kommen Sie zu uns und wir klären die kleinen Fragesteller kindgerecht auf.

Kinder bis zu 2 Jahren

erleben zunächst die Abwesenheit und den Verlust einer Person, ohne die konkreten Zusammenhänge zu verstehen. Sie können mit Appetitstörungen, Apathie, Weinen, Schreien oder motorischen Auffälligkeiten wie Kopfschaukeln reagieren.

 

Kinder zwischen 7 und 12 Jahren

sind zum Teil noch dem magischen Denken verhaftet, können aber mit zunehmendem Alter die Endgültigkeit des Todes verstehen und auch, was Krankheitsprozesse sind. In dieser Zeit kann es geschehen, dass sie sich große Sorgen um die Eltern machen, wenn diese selbst Angst haben. Dies verunsichert stark, macht haltlos. Dementsprechend extrem können die Reaktionen manch junger Menschen ausfallen. Und auch hier gilt, die Kinder nicht zu bewerten oder gar zu bestrafen. Denn sie wissen im Moment einfach nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen. Auch hier kann eine professionelle Trauerbegleitung Hilfe leisten. Gerne vermitteln wir Ihnen den Kontakt.

Kinder zwischen 3 und 7 Jahren

beginnen, die Zusammenhänge zu verstehen, und wollen mehr wissen. Sie vermischen teilweise noch Realität und Fantasie, sind an ‚technischen‘ Auskünften interessiert. Sie machen sich vielleicht Gedanken darüber, ob der Leichnam Langeweile, Hunger oder auch Angst hat. Das kann manchmal verstörend direkt sein, hat aber seine Berechtigung:

Wie ist es, wenn man tot ist?

Warum muss man in einen Sarg?

Wie tief ist das Erdloch?

Wie funktioniert ein Verbrennungsofen?