Rituale

wirken Tröstend

Rituale geben besonders in bewegten Zeiten durch ihre bekannte Struktur oft Halt und Sicherheit. Im Trauerfall eine dankbar angenommene Stütze und in ihrer Ausübung auch Hilfe zur Trauerbewältigung. Nicht nur, dass die Bestattungszeremonie als Ganzes ein großes Ritual darstellt. Auch innerhalb der Trauerfeier können individuelle Rituale, christlich oder weltlich, die Trauergemeinde verbinden und den Abschied leichter gestalten. Vom Bemalen des Sarges über das Anzünden einer Trauerkerze und das Steigenlassen von Luftballons bis zum Mitgeben kleiner Andenken: Rituale sind vielfältig und etwas ganz Persönliches.

Sarg bemalen

Das Bemalen eines Sarges gibt uns die Möglichkeit, uns sehr nah mit dem Tod auseinanderzusetzen. Besonders für junge Menschen ist es ein Ritual, das es ihnen ermöglicht, sich mit dem verstorbenen Familienmitglied zu beschäftigen. Hier darf jeder seiner Trauer und seinen Erinnerungen Ausdruck verleihen. Künstlerisches Können ist dabei nicht wichtig. Es darf auch geschrieben oder es dürfen Farbabdrücke der Hände hinterlassen werden. Hier zählt das Gefühl: Ich habe Mama, Papa oder Oma etwas von mir mitgegeben.

malen

Luftballons steigen lassen

Das Steigenlassen eines Luftballons kann ganz verschiedene Symboliken haben. Mit einem Luftballon kann man einen Gruß in den Himmel senden und den Verstorbenen zu der Trauerfeier einladen. Es besteht die Möglichkeit, noch einmal letzte Worte an den Ballon zu binden und diese symbolisch in den Himmel zu schicken. Außerdem verbindet dieses Ritual die sichtbare mit der unsichtbaren Welt und steht für die Zusammenführung beider Welten. Da Friedhöfe oft dicht bewachsen sind, ist das Steigenlassen von mehreren Ballons häufig nicht erlaubt. Alternativ kann ein einzelner Ballon durch die Gesellschaft gereicht werden, den jeder Gast noch einmal berühren darf.

Luftballons

Fingerprint

Wenn wir um einen geliebten Menschen trauern, sind wir mit unserem Wünschen und Sehnen unterwegs auf der Suche nach den einzigartigen, unverwechselbaren Spuren, die uns von ihm geblieben sind. Ähnlich wie die traditionelle Totenmaske, jedoch in kleiner komprimierter Form, hinterlässt der verstorbene Mensch mit der Einmaligkeit seines Fingerabdrucks Ewigkeitsspuren, die in das Leben ohne ihn hineinragen und damit ein Stück gemeinsame Zukunft zeigen.

Ausgegossen in Gold oder Silber können diese Spuren in Form kleiner Anhänger nicht nur als Schmuckstück auf der Haut getragen werden. Mit dem eigenen Finger sind diese Spuren in meditativen Augenblicken immer wieder nachzufühlen und zu ertasten. Es wird möglich, den geliebten Menschen stets neu zu suchen und zu finden, Nähe zu schaffen und somit diesseitige und jenseitige Welt miteinander zu verbinden – nicht nur in der Erinnerung, sondern greifbar und tastbar.

Ringe

Ascheamulette

Unter einem Ascheamulett versteht man ein kleines Behältnis – das als Schmuck getragen werden kann –, in das nach der Kremierung und vor der Beisetzung ein minimaler Teil der Asche abgefüllt wird. Es kann, ebenso wie ein Fingerprint oder eine Totenmaske, helfen, die Distanz, die die Lebenden ertragen müssen, besser auszuhalten. Ein Schmuckstück wie dieses hat stets ideellen Wert. Es hat etwas mit der persönlichen Bindung zu tun, die hierin symbolisiert wird.

Für den gesamten Erinnerungsschmuck gilt: Bitte sprechen Sie uns umgehend darauf an, damit wir dafür Sorge tragen können, dass ein Abdruck genommen werden kann oder ein Teil der Asche für die Befüllung des Amuletts genommen wird. Sprechen Sie mit uns auch über Ihre Zweifel oder Bedenken, wir erklären Ihnen das Prozedere gerne in aller Ruhe nochmals ausführlich.

Herz Anhänger